Training für Tierschutzhunde mit Trennungsangst

Das Training von Tierschutzhunden ist nicht nur mein Beruf, sondern meine Leidenschaft. Und es wurde zutiefst persönlich – wegen Stevie, meinem eigenen Tierschutzhund. Stevie war ein ehemaliger Renn-Greyhound, der mit einem sanften und freundlichen Wesen zu mir kam. Doch wie viele Hunde aus dem Tierschutz brachte er unsichtbares Gepäck mit: Trennungsangst.

Seine Vergangenheit hatte ihn nicht darauf vorbereitet, in einem Zuhause allein zu sein. Wenn niemand da war, bekam er Panik. Ihm durch diese Angst zu helfen, hat mir mehr beigebracht als jedes Lehrbuch: Geduld, Vertrauen und was es wirklich bedeutet, einen Hund dort abzuholen, wo er steht.

Warum Tierschutzhunde oft unter Trennungsangst leiden

Trennungsbedingte Verhaltensprobleme gehören zu den häufigsten Herausforderungen bei Hunden aus dem Tierschutz. Viele haben nie gelernt, allein zu bleiben. Im Tierheim sind sie ständig von Geräuschen und Menschen umgeben. Plötzlich in einem ruhigen Zuhause zu sein, kann für sie überwältigend sein.

Typische Anzeichen von Trennungsangst bei Tierschutzhunden:

  • Zerstörerisches Verhalten, z. B. Türen zerkratzen oder Möbel anknabbern

  • Übermäßiges Bellen, Jaulen oder Heulen beim Alleinsein

  • Ruhelosigkeit, Hecheln oder Speicheln

  • Unsauberkeit, obwohl der Hund stubenrein ist

  • Fluchtversuche, bei denen sich manche Hunde sogar verletzen

Oft wird dieses Verhalten fälschlicherweise als „Ungehorsam“ oder „Protest“ interpretiert. In Wirklichkeit erlebt der Hund eine Panikattacke und hat schlicht Angst.

Warum gewaltfreies, einfühlsames Training der richtige Weg ist

Strafen oder den Hund einfach „schreien lassen“ lösen das Problem nicht – im Gegenteil, sie verstärken die Angst. Deshalb arbeite ich nach der wissenschaftlich fundierten, einfühlsamen Methode von Julie Naismith, die auf Vertrauen und schrittweiser Gewöhnung basiert.

Die Grundprinzipien sind einfach, aber wirkungsvoll:

  • Schrittweise Desensibilisierung. Der Hund lernt in kleinen Etappen, dass Alleinsein sicher ist.

  • Geduld und Konsequenz. Kurze, regelmäßige Trainingseinheiten bringen langfristigen Erfolg.

  • Keine Überforderung. Wir vermeiden jede Situation, die Angst auslöst.

  • Vertrauen als Basis. Der Hund lernt, dass er sicher ist – nicht verlassen.

Mit der Zeit schaffen es Hunde aus dem Tierschutz nicht nur, allein zu bleiben, sondern wirklich zu entspannen und in ihrem Zuhause anzukommen.

Ein besonderes Angebot für Tierschutzhunde mit Trennungsangst

Stevie hat mein Leben verändert. Deshalb möchte ich etwas zurückgeben – an andere Hunde und ihre Menschen. Ich habe ein besonderes Trainingsangebot für Adoptanten von Tierschutzhunden entwickelt:

  • Mein komplettes 4-Wochen-Programm für trennungsbedingte Ängste für 250 £ (statt regulärem Preis)

  • Eine Verlängerung ist zum gleichen vergünstigten Preis möglich, solange Unterstützung gebraucht wird

  • Wer zwei Monate bucht, ermöglicht zusätzlich eine Spende des ersten Monatsbetrags an das jeweilige Tierheim oder die Organisation

So funktioniert’s:

  1. Eine kurze Bestätigung vom Tierheim oder der Organisation (Adoption innerhalb der letzten drei Monate)

  2. E-Mail an riggs@good-dog-practice.com

  3. Wir vereinbaren ein entspanntes Kennenlernen via Zoom, um zu sehen, ob es passt

Es gibt keine Frist – das Angebot gilt, solange ich Kapazitäten für neue Kund:innen habe.

Warum diese Arbeit so wichtig ist

Trennungsangst ist einer der häufigsten Gründe, warum Hunde wieder im Tierheim landen. Mit der richtigen Unterstützung können sie jedoch in ihrem Zuhause bleiben und ein ruhiges, glückliches Leben führen. Jede Erfolgsgeschichte ist ein Hund, der sich endlich sicher fühlt – und ein Mensch, der wieder entspannt nach Hause kommen kann.

Stevie auf seinem Weg zu begleiten, hat mich nicht nur als Trainerin, sondern auch als Mensch geprägt. Jetzt möchte ich mehr Hunden helfen, diese Sicherheit zu finden.

👉 Wenn du kürzlich adoptiert hast und dein Hund beim Alleinsein Probleme zeigt, melde dich gern. Ihr müsst diesen Weg nicht allein gehen.

FAQ: Tierschutzhunde und Trennungsangst

Wie trainiert man einen Tierschutzhund mit Trennungsangst?
Am effektivsten ist ein schrittweises Training, bei dem der Hund langsam lernt, allein zu bleiben. Dabei werden sehr kurze Abwesenheiten nach und nach verlängert. Wichtig ist, den Hund nie zu überfordern. In manchen Fällen kann eine tierärztlich begleitete medikamentöse Unterstützung helfen, den Stress zu reduzieren und das Lernen zu erleichtern. Geduld und Beständigkeit sind entscheidend.

Können Hunde ihre Trennungsangst überwinden?
Ja. Mit dem richtigen Trainingsplan und einfühlsamer Begleitung können die meisten Hunde lernen, sich beim Alleinsein sicher zu fühlen. Manche brauchen nur wenige Wochen, andere mehrere Monate. Bei schweren Fällen kann eine vorübergehende medizinische Unterstützung hilfreich sein, aber die Basis bleibt immer ein behutsames, gewaltfreies Training.

Wie lange dauert das Training bei Trennungsangst?
Das ist sehr individuell. Einige Hunde zeigen schon nach ein paar Wochen Fortschritte, andere brauchen länger. Der Erfolg hängt von der Vorgeschichte, dem Stresslevel und der Konsequenz im Training ab. Manchmal kann eine begleitende tierärztliche Unterstützung helfen, den Weg etwas zu erleichtern.

Was sollte man beim Training unbedingt vermeiden?
Strafen, Ignorieren oder den Hund „einfach schreien lassen“ verschlimmern die Angst und schaden dem Vertrauen. Stattdessen ist es wichtig, Sicherheit zu vermitteln und schrittweise vorzugehen – immer im Tempo des Hundes.

Warum sind gerade Tierschutzhunde so häufig betroffen?
Viele Tierschutzhunde haben Instabilität oder häufige Wechsel erlebt, manche verbrachten lange Zeit im Tierheim, wo sie nie allein waren. In einem stillen Zuhause kann dieses Alleinsein zunächst Angst auslösen. Mit liebevoller Unterstützung, strukturiertem Training und – falls nötig – tierärztlicher Begleitung können sie jedoch lernen, sich sicher und geborgen zu fühlen.

Weiter
Weiter

Warum Warten beim Bellen grausam ist – und nicht funktioniert