Begrüßung bei Trennungsangst: Warum Ignorieren schadet

Hunde sind soziale Lebewesen, und Begrüßungen gehören ganz natürlich dazu.
Wenn dein Hund dich also nach einer Abwesenheit freudig empfängt – ganz egal, ob du nur eine kurze Trainingseinheit gemacht hast oder er mit einem Hundesitter zusammen war – darfst du ihm ruhig liebevoll antworten.

Vielleicht hast du schon einmal den Rat gehört, deinen Hund beim Heimkommen zu ignorieren. Das ist ein überholter, dominanzbasierter Tipp, der einem Hund mit Trennungsangst eher schadet als hilft.

Das Ignorieren der Kommunikationsversuche deines Hundes unterstützt ihn in keiner Weise dabei, seine Ängste zu bewältigen. Besonders ein gestresster Hund braucht in diesem Moment deine Bestätigung, Sicherheit und Zugewandtheit.
Wenn du ihn stattdessen ignorierst, fühlt er sich zurückgewiesen und wird wahrscheinlich noch stärker versuchen, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Für einen ängstlichen Hund kann Ignorieren sich wie eine echte Strafe anfühlen – und er versteht absolut nicht, warum das passiert.

Menschen kennen dieses Gefühl ebenfalls: Wenn jemand uns bewusst ignoriert, lässt uns das unsicher, abgelehnt oder sogar verzweifelt zurück. Deinem Hund geht es ganz genauso.
Warum sollten wir also einen Hund dafür „bestrafen“, dass er sich freut, uns zu sehen?

Wenn du dein Desensibilisierungstraining korrekt durchführst und dein Hund während der Übungen immer unter seiner Stressschwelle bleibt, wird er bei deiner Rückkehr ohnehin häufig entspannt sein.
Vielleicht steht er gar nicht auf, um dich zu begrüßen – einfach weil er deine kurze Abwesenheit nicht als emotionales Ereignis wahrgenommen hat. Und das ist gut so.

In solch einem Moment musst du ihn nicht aktiv zu einer Begrüßung animieren. Du kannst dich einfach zu ihm setzen, ein paar Minuten entspannt mit ihm auf dem Sofa verbringen, kuscheln oder Körperkontakt anbieten – wenn er das mag.

Das kann zu eurem kleinen Ritual werden: ein sanfter Übergang, der signalisiert, dass das Training vorbei ist und der Alltag weitergeht.


Ein Moment, der euch beiden guttut – für deinen Hund ebenso wie für dich.

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