good dog practice | Respekt
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Respekt

Ich werde ermutigt bei dem Gedanken, dass immer mehr VerhaltensberaterInnen eine respektvolle Art mit Hunden fördern, unter Berücksichtigung ihrer Gefühle, Wünsche und Rechte. Ermutigt, dass wir dazu beitragen, die wahre Bedeutung des Wortes „Respekt“ vorzuleben, anstatt es fälschlich als Euphemismus für Angst zu gebrauchen.

 

Denn: in früheren Zeiten, als man davon sprach, dass Kinder Respekt vor ihren Eltern und LehrerInnen haben sollten, oder dass Hunde ihre BesitzerInnen respektieren sollten, bedeutete dieses eher, dass sie vor ihnen Angst verspüren sollten.
Ich habe ´Respekt…Definition ´ auf englisch gegoogelt. Hier die deutsche Übersetzung:

 

Substantiv 1. ein Gefühl der tiefen Bewunderung oder Wertschätzung für jemanden oder etwas auf Grund ihrer Fähigkeiten, Qualitäten oder Errungenschaften.

2. Berücksichtigung der Gefühle, Wünsche, oder der Rechte anderer. ….

Verb 1.Jemanden oder etwas tief bewundern oder wertschätzen, als Folge ihrer Fähigkeiten, Qualitäten oder Leistungen.

2. Berücksichtigen (die Gefühle, Wünsche oder Rechte anderer).

 

Diese persönliche Erfahrung veranschaulicht die Haltung, die ich kultivieren möchte.

 

Wie ich an einer anderen Stelle erkläre, bin ich praktizierende Buddhistin. Seit vielen Jahren veranstalte ich Versammlungen bei mir zu Hause. Selbstverständlich begrüssen wir uns gegenseitig, wenn wir uns für unsere Zeremonie treffen. Einer meiner buddhistischen Freunde, den ich hier Eigi nennen werde, und der seit etwa 45 Jahren praktiziert, begrüsste auch immer meinen Hund Leicester. Und als er ging, nahm er immer Abschied von ihm.

Zunächst ist es mir nicht aufgefallen,weil er es so natürlich machte. Weder hat Eigi einen Hund, noch hat er ein besonderes Interesse an ihnen, so weit mir bekannt ist. Er machte keine große Sache daraus und hat auch nicht gezeigt, dass er Leicester nett und süss oder Ähnliches fand. Er hat keinen Witz daraus gemacht. Er ist auf ihn nicht zugegangen, hat sich nicht über ihn gebeugt, berührt und ist ihm nicht zu nahe gekommen, wie es Menschen bei Kindern und Tieren so oft machen. Er hat sich lediglich unauffällig in Leicesters Richtung vorgebeugt und „Guten Abend, Leicester,“ oder „Wiedersehen, Leicester“ gesagt.

Eines Abends, als Eigi gehen wollte, sagte er zu Leicester: „Oh… du hast so müde, kleine Augen“, so wie man ein Kind ansprechen würde. „Es ist spät und Du bist müde. Es tut mir leid dass wir so lange geblieben sind. Wir gehen jetzt.“ Da habe ich Eigi angesprochen: „Ich finde es so schön, dass Du Leicester immer begrüsst und Dich von ihm verabschiedest.“

Er wirkte überrascht, als ob es offensichtlich wäre, warum er dies tat. Bescheiden antwortete er : „Alle Wesen sind Ausdruck des Mitgefühls des Universums; natürlich mache ich keinen Unterschied.“ Er meinte, er kenne keinen Unterschied zwischen dem Respekt, den er Menschen oder meinem Hund zeige.

 

Manchmal wenden wir viel Zeit auf, um Leute zu überzeugen, ihre Hunde zu respektieren!

 

Wir zitieren Wissenschaftliches, wie intelligent Hunde sind, dass sie auch Gefühle haben, wie sie uns bei Therapien oder als Begleithunde helfen. Alles Gründe weshalb sie Respekt verdienen.

Brauchen wir Gründe, um Respekt zu zeigen? Müssen Hunde Respekt verdienen? Ich bin überzeugt, Respekt ist der einfache Ausdruck unseres natürlichen, innewohnenden Mitgefühls. Ich berücksichtige die Gefühle, die Wünsche und die Rechte meines Hundes so wie er ist, denn das ist sein natürliches Recht.

 

„………….natürlich mache ich keinen Unterschied.“

 

Früher ist es mir nicht aufgefallen aber jetzt, während ich schreibe, kommt mir in den Sinn: Leicester hat ebenfalls Respekt gezeigt, diesem Mann gegenüber, der ganz sanft und freundlich war, der ihm seine Aufmerksamkeit schenkte, ohne zu fragen ob er sie verdient hätte. Leicester hat Eigi ausnahmslos zur Tür begleitet, als er aufbrach.

(übersetzt aus dem Englischen von Barbara Moss)

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